
Auffällige Bodenformen im Baumer-Holz (und in anderen Wäldern der Umgebung) wurden von ihrem Entdecker, dem Konsulenten Johann Eicher aus Baum, schon immer für urgeschichtliche Gräber gehalten. Seit der Grabung vom Sommer 2005...
Auffällige Bodenformen im Baumer-Holz (und in anderen Wäldern der Umgebung) wurden von ihrem Entdecker, dem Konsulenten Johann Eicher aus Baum, schon immer für urgeschichtliche Gräber gehalten. Seit der Grabung vom Sommer 2005 durch das Bundes-Denkmalamt ist es Gewissheit, dass es wirklich Gräber sind. Es wurde einer der Hügel mit einem Durchmesser von ca. 15 m und einer Höhe von 1 m angegraben. Dabei wurde zwar kein Skelett und keine Brandreste gefunden, weil sich in diesem kalkarmen, sauren Lehmboden die Knochen und Textilien zersetzt haben.
Neben verschiedenen Tonscherben wurde aber eine Gewandnadel (Fibel) aus Bronze und eine Lanzenspitze aus Eisen gefunden. Diese ist keine Beigabe, sondern stammt aus dem Material der Hügelaufschüttung. Die interessantesten Funde sind ein Gefäß und eine Schale mit schönen Ornamenten und Verzierungen (Kreisaugen), die eine Datierung der Funde ermöglichen.
Die Funde wurden vom Bundes-Denkmalamt restauriert. Die Gräberfunde gehören in die ältere Stufe der Latenekultur (Stufe A, 5. Jh. V. Chr.). Bislang sind aus dieser Epoche in OÖ und Salzburg nur ganz wenige Hügelgräber bekannt. Daher sind diese Gräberfunde aus wissenschaftlicher Sicht besonders wichtig.
Die Dauerausstellung im Haus der Kultur ist nach Voranmeldung im Tourismusbüro oder beim Heimatverein Attergau (Obmann Franz Hauser 0664-73839406)
zu besichtigen.
Heimatverein Attergau
A-4880 St. Georgen i. A.
Tel. +43 (0)7667 6352
oder +43 (0)699 10229547
heimatverein@attergau-zeitreise.at
www.attergau-zeitreise.at